Kanadas Osten mit seinen dichten Wäldern und zahllosen Seen ist Synonym für Freiheit und Abenteuer. Andererseits muss kein Gast zum Trapper oder Einsiedler geboren sein: In den grossen Städten Ontarios und Québecs trifft man auf eine vielfältige Kulturszene, einzigartige Sehenswürdigkeiten und ein buntes Völkergemisch. Hier bilden atemberaubende Naturschönheiten und urbane Annehmlichkeiten keinen Widerspruch.
Nirgendwo sonst in Kanada ist der Kontrast zwischen dem dicht besiedelten Süden und dem menschenleeren Norden so deutlich spürbar wie in Ontario und Québec. Gehen Sie auf Entdeckungsreise in einer der abwechslungsreichsten Regionen Kanadas. Jeder Besuch bleibt unvergesslich, egal ob er kurz oder lang ausfällt.
Highlights in Ostkanada
Ontario
Fast ein Drittel der Einwohner Kanadas lebt in der Provinz Ontario die mit knapp 1,1 Millionen Quadratkilometern dreimal grösser ist als Deutschland und wirtschaftlich im Land den Takt vorgibt. Dabei ist der relativ stark besiedelte Streifen entlang der amerikanischen Grenze nur eine Seite der so vielfältigen Region. Oft nur wenige Kilometer ausserhalb der Städte findet man unberührte Natur mit riesigen Laub- und Nadelwäldern und mit mehr als 250 000 Seen. Unzählige Naturparks bieten grenzenloses Freizeitvergnügen und in den stillen Weiten des Nordens treffen Sie eher Tiere als Menschen an. Mit den Niagara Fällen besitzt die Provinz zudem das meist besuchte Naturwunder Nordamerikas. Air Canada fliegt täglich nonstop von Zürich nach Toronto, Kanadas grösster Stadt.
Québec
Wer die Grenze von Ontario nach Québec überquert, wechselt nicht nur vom englischen in den französischen Sprachraum, sondern taucht ein in eine völlig andere Kultur. Französischer Ursprung und nordamerikanische Geschichte haben in Québec eine gelungene Mischung aus Neuer und Alter Welt entstehen lassen. «Ich erinnere mich» dieser Satz steht auf jedem Nummernschild der Fahrzeuge. Der schrittweise Machtverlust an die Briten machte es für die Frankokanadier besonders bedeutungsvoll, ihre französischen Wurzeln nicht zu vergessen. Das Savoir-Vivre und die spontane Lebensfreude seiner Bewohner haben Québecs unverwechselbaren Charakter geprägt und dieser «Esprit» ist allgegenwärtig.
Toronto
Nicht von ungefähr gilt Toronto am Ufer des Ontariosees als multikulturellste Stadt der Welt schliesslich leben hier Menschen aus über 165 Ländern. Es darf deshalb nicht erstaunen, dass auf dem Stadtplan sowohl eine «Chinatown» als auch ein «Little Italy», eine «Greektown» oder eine «Koreantown» zu finden sind. Toronto ist die wirtschaftliche und kulturelle Metropole des Landes und hat sich von einem eher langweiligen Flecken in eine lebhafte und interessante Stadt mit blühenden Unternehmen, moderner Architektur und boomender Kulturszene entwickelt. Über der Innenstadt ragt einer der höchsten freistehenden Türme der Welt auf, der 553 Meter hohe CN Tower.
Ottawa
Ottawa liegt in der Provinz Ontario doch der französische Stadtteil Hull, am anderen Ufer des Ottawa-River, gehört bereits zu Québec. Dieser symbolträchtigen Lage verdankt Ottawa denn auch die Wahl zur Bundeshauptstadt des zweisprachigen Landes. Alles, was heute an die Anfänge der Stadt erinnert, konzentriert sich auf ein paar restaurierte Häuserzeilen am Byward Market.
Die Stadt macht immer häufiger durch Kunst und Kultur von sich reden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die National Gallery of Canada und das Canadian Museum of Civilisation. Indian Summer in den Laubwäldern Ontarios und Québecs
Montréal
Montréal ist nach Paris die zweitgrösste französischsprachige Stadt der Welt und versteht es gekonnt, französische, britische und amerikanische Einflüsse zu vereinen. Einwanderer aus aller Welt wurden von der Dynamik aber auch vom mediterranen Flair Montréals bezaubert und liessen sich hier nieder. Kunstgalerien und Theater, Strassencafés und noble Wohnstrassen geben der 3 Millionen Einwohner zählenden Metropole am mächtigen St. Lorenz-Strom eine weltstädtische Atmosphäre. Im Sommer zieht es die Menschen ins Freie. Sie diskutieren in den Bistros und Bars am «Vieux Port» und flanieren durch die engen kopfsteingepflasterten Gässchen in der Altstadt.
Québec City
Umgeben von der einzigen Stadtmauer in Nordamerika, thront Québec City majestätisch auf einem Felsen über dem St. Lorenz-Strom. Die Oberstadt, mit dem dominierenden «Château Frontenac» direkt am Klippenrand, zieht schon von Weitem die Blicke auf sich und lässt das Herz eines jeden Romantikers höher schlagen!
Am Fluss unterhalb des Felsens liegt die Unterstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Gässchen und den dicht gedrängten, bunt gedeckten Häusern. Québec ist stolz auf sein französisches Aussehen, das es den bretonischen Siedlern aus Saint-Malo und La Rochelle verdankt. Die UNESCO verlieh der Stadt das Prädikat eines Weltkulturerbes.
Tipps vom Spezialisten
Niagara-Falls und die Niagara Peninsula
Die Niagara-Halbinsel gilt als Obstgarten Kanadas: Pfirsiche, Kirschen und Weintrauben gedeihen hier prächtig. Weltberühmt wurde die Halbinsel südlich von Toronto aber wegen der gigantischen Wasserfälle. Niagara, «donnerndes Wasser», nannten die Irokesen die Kaskaden, die der Niagara River auf seinem Weg vom Erie- in den tiefer liegenden Ontariosee bildet. Kanadas erste Touristenattraktion lockt heute jedes Jahr fast 15 Millionen Besucher an.
Kanadas 5. Jahreszeit
«Indian Summer» wurden die letzten warmen Tage des Spätsommers genannt, die die Indianer zum Einbringen der Ernte nutzten. In dieser Zeit um Anfang Oktober beginnt das Laub in Kanadas Wäldern in allen Schattierungen von Gold, Purpur, Zinnoberrot und Kupfer zu leuchten. Die Pracht dieses Farbenrausches in den weiten stillen Wäldern ist unvergleichlich und unvergesslich!
St. Lorenz-Strom und die Gaspésie-Halbinsel
Wie kein anderer Wasserweg bestimmt der St. Lorenz die Topographie und die Wirtschaft Ostkanadas. Ruhig und mächtig strömt er von den Grossen Seen rund 1200 Kilometer ostwärts zum Atlantik. Riesige Containerschiffe gleiten auf dem Strom bis nach Montréal, dem zweitgrössten Hafen Nordamerikas, um schliesslich über Kanäle und Schleusen bis zu den Grossen Seen vorzudringen. Im Mündungsgebiet von St. Lorenz und Saguenay, wo der Strom schon 50 km breit ist, beginnt die raue, grandiose Gaspésie- Halbinsel. Wer die Einsamkeit liebt und Natur pur erleben will, ist hier genau richtig. Höhepunkte sind der Forillon Nationalpark mit seinen 150 Meter hohen Kalksteinklippen sowie weiter südlich Percé, das schönste Fischerdorf der Halbinsel.


